Globus Dei
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Berlin, GERField Day

Germany
Layer 1

Berlin Berlin

Wenn ich an Berlin denke, denke ich an den unsäglichen Dance Hit "Berlin Berlin" von den Gropiuslerchen – ein hölzernes Stück elektronischer Tanzmusik mit politischer Botschaft. Wenn ich mich recht erinnere, nahm der Song den Mauerfall vorweg.

Zu Berlin habe ich kaum eine Meinung - ich halte die Stadt für überbewertet, aber der eine oder andere hat sein Glück dort gefunden. Orient und Okzident prallen hier aufeinander, der Duft der weiten Welt riecht nach Döner Kebap, nassen Socken und Abgasen.

Mein geplanter Trip sollte mich zum Haus Schwarzenberg mit Monster Kabinett führen, zum Design-Panoptikum und zum Denkmal der ermordeten Juden. Der Fernsehtum, die Museumsinsel, Marx und Engels Forum und das Brandenburger Tor waren Bonus - die sieht man so oder so.

Haus Schwarzenberg

Das Haus Schwarzenberg blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Es diente als Bürstenwerkstatt und als Versteck für eine jüdische Familie; es war der ehemalige Sitz der DEFA und ist jetzt ein Mekka für Urban Art inmitten des gentrifizierten Berlin.

Die Gasse zum Innenhof ist ein sich ständig änderndes Copy&Paste Kunstwerk - einziger Fixpunkt ist scheinbar das große Anne Frank Mural, welches auf vielen Fotos im Internet auftaucht.

Monsterkabinett

... war leider geschlossen - somit habe ich einen faszinierenden Underground-Amusement-Park verpasst

Designpanoptikum

Auch Vlad Korneevs Designpanoptikum war am ersten Weihnachtsfeiertag geschlossen, deshalb auch hier nur ein Video.

Denkmal der ermordeten Juden Europas

Es gab und gibt viel Kritik an dieser neueren Berliner Sehenswürdigkeit. Zu teuer, zu schlampig gebaut, nicht selbsterklärend.

Ich fand es beeindruckend. Der Titel des Denkmals und einen Funken Geschichtswissen ist genug, um betrübt zwischen den Säulen zu "lustwandeln" und sich den Horror der NS-Zeit auszumalen. Es ist genug, um sich klar zu werden, dass das eigene Schweigen jederzeit einen neuen Holocaust zulassen kann.

Mit diesen Gedanken und dem apokalyptischen Gepredige eines Amerikanischen Jesus-Freaks am Brandenburger Tor im Ohr, möchte man sich nur noch auf das Fahrrad an Madam Taussauds Wachsfigurenkabinett setzen und mit E.T. in den Nachthimmel entschwinden.


geschrieben von Marcus Obst 25.12.2017 | Tags: city, EU